Überraschende Wendungen

Die Spieler unserer 3.Mannschaft geben wirklich alles – am aber auch ums Brett herum – damit sie endlich ihre Nominierung fürs Kuriositäten-Kabinett bekommen. Und lässt man den letzten Mannschaftskampf Revue passieren, sind sie ihrem Ziel deutlich näher gekommen.
Die Einzelergebnisse
Br.SK Ickern 3DWZ-Springer-Süd 3DWZ2.0:2.0
1Meißner, Tim1102-Silski, Pascal10361 :0
2Galla, Fabian989-Wollny, Phillip9100 : 1
3Fischer, Daniel1067-Trost, Lukas8561 : 0
4Fischer, David940-Rajda, Nico7880 : 1

Wer beim verlustpunktfreien Tabellenführer als Schlusslicht ohne Punktgewinn antritt, kann in Wettbüros nicht gerade mit vorzüglichen Quoten glänzen. Trotzdem waren unsere Jungs guter Dinge – und das mit recht, denn viel schlechter als in der bisherigen Saison geht eigentlich nicht – dachte man zumindest!

Eigentlich ist es immer “The same procedure…”: die Spielberichtskarte ausfüllen, die Paarungen vorlesen, Platz nehmen, Hände schütteln, Uhr drücken und ab geht die Partie. So geschehen auch in Ickern, bis die Mannschaftsführerin bemerkte, dass sie Brett drei und vier vertauscht hatte. Ob nun Unwissenheit oder Fairness – auf jeden Fall stimmten unsere Jungs einer Neuansetzung der hinteren Bretter zu.

Für die 1:0 Führung sorgte Nico – obwohl besser gesagt sein Gegner. Denn nachdem Nico einen unmöglichen Zug reklamierte, gab sein verdutzter Gegner prompt auf. Da weder ein Formular noch ein Augenzeuge aufzutreiben war und Phillip beharrlich schweigt, wird seine Partie wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Aber Sieg ist Sieg und so stand es 2:0!
Jetzt noch ein Halber, und das Ding ist durch. Chancen dazu waren vorhanden, schauen wir uns die restlichen Partien etwas genauer an.

Das Pascalsche Paradoxon

Was der berühmte französische Mathematiker Blaise Pascal schon vor langer Zeit bewies, zeigte unser Pascal eindrucksvoll auf dem Schachbrett. Dabei spielte die Dame – wie sollte es auch anders sein – die entscheidende Rolle.

Während hier Da4+ mit dem Gewinn des Läufers auf b4 die Partie wohl beendet hätte, kam es nach wechselhaftem Verlauf zu folgender Stellung:

Schwarz steht sicherlich besser. Mit Td1 hätte Pascal aber noch erbitterten Widerstand leisten können. Stattdessen zog er Dh3 , was die Partie nach Ta1+ rasch beendete.

Der “Ironman”

Nun hing alles an Lukas, der sich nach einer sehr unorthodoxen Partie in einem komplizierten Turmendspiel gegen die Niederlage stemmte. Seine geschickte Verteidigung trug Früchte, er rettete sich in eine theoretisch “tote Remisstellung”.

Hier konnte Lukas mit seinem König einfach auf den Feldern e5 und e6 pendeln und alle Gewinnversuche des Schwarzen im Keim ersticken. Aber nach über viereinhalb Stunden Spielzeit, was in der 1.Kreisklasse schon mit dem “Ironman auf Hawaii” vergleichbar ist, und dieses hartnäckige Ablehnen seiner Remisangebote – Lukas hatte die Faxen dicke. Ohne die 50-Züge-Regel abzuwarten, kam er auf die Idee, die Bauern zu tauschen. Doch genau darauf hatte sein Gegner gelauert. Und so verlor Lukas die Partie nach e4 doch noch, weil Schwarz nach f4 einfach eher die Dame bekommt.

Diese Partie ist bezeichnend für die verkorkste Saison. Es will einfach nicht gelingen, einen Mannschaftskampf ohne grobe Schnitzer durchzuziehen. Ob sie Lehrgeld zahlen oder das Pech an den Stiefeln klebt – die Moral im Team ist ungebrochen. Warten wir ab, was die nächsten Spiele bringen.

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