Reine Nervensache

Mit den SF Brackel kam eines der Topteams der Liga ins Bürgerhaus. Beide Mannschaften wussten um was es ging, und so entwickelte sich ein spannendes Match. Nach wechselhaftem Verlauf waren zur besten TV-Primetime beim Stande von 3:3 immer noch zwei Partien hart umkämpft.

Tatort Endspiel

Callenberg – Friedrichs

Kleiner – Ibs

Der Blick auf die Stellungen liess die Teamkollegen hoffen. Dabei war die Rechnung ganz einfach: Ralf holt den halben – Tom den ganzen Punkt. Aber so einfach ist Schach nun mal nicht. Gerade diese scheinbar einfach wirkenden Endspiele können enorm schwierig sein. Kommen dann noch der Zeitfaktor und der äussere Druck hinzu, spielen die Nervenstränge eine entscheidene Rolle. Und da war das Kostüm der Sportfreunde aus Brackel wesentlich dicker, denn sie holten theoretisch 2/2 Punkte – eine wahrhaft fette Ausbeute.

 

Die Einzelergebnisse
BrettSpringer SüdDWZ-SF Brackel 2DWZ3,5 : 4,5
1Herud, Martin2032-Fiebig, Thomas24170 : 1
2Callenberg, Ralf2008-Friedrichs, Klaus22220 : 1
3Mecklenburg, Roland1997-Siebert, Martin20311 : 0
4Höfker, Mathias2050-Reisberg, Andre20001 : 0
5Parado, Dominador1909-Krüger, Sven1969½ : ½
6Kleiner, Tom1842-Ibs, Malte1883½ : ½
7Stahlhofen, Thomas1832-Diebig, Maja1824½ : ½
8Bleich, Karl-Heinz1589-Mathe, Christian16740 : 1

Tritt man gegen Brackel nicht komplett an, sind die Erfolgsaussichten überschaubar. An sage und schreibe sechs Brettern war unser Achter teilweise deutlich unterlegen. Dass die Mannschaft trotzdem für eine spannende Veranstaltung sorgte – Hut ab. Und mit einer Portion Glück und besseren Nerven – aber das hatten wir schon.

Der Reihe nach

Unser bedauernswerter Martin Herud bekam zuerst einen 2400er IM – und dann kannte der die vorbereitete und eher selten gespielte Nebenvariante auch noch besser. Der Rest war dann Technik – und leider das erwartete Spiel auf ein Tor.
Neuer Spielstand 0.0 : 1.0

Irgendwie ging es diesmal bei unserem Königsschreck Dominador Parado nicht so richtig voran. Ganz im Gegenteil – am Damenflügel tauchten dunkle Wolken in Form verbundener Freibauern auf. Als Dominador jedoch die üblen Gesellen schwarzfeldrig blockieren konnte und seinerseits das Bauernzentrum mobilisierte, willigte sein Gegner in eine Zugwiederholung ein.
Neuer Spielstand 0.5 : 1.5

Unsere zweite Angriffsmaschine Karl-Heinz Bleich kam auch nicht so richtig auf Touren. Sein Gegner verhinderte geschickt die Entwicklung des Königsflügels, Karl-Heinz liess zwei hervorragende Konterchanchen aus, der Angriff des Gegners nahm immer mehr Konturen an, irgendwann war Gegenwehr zwecklos und die Niederlage besiegelt.
Neuer Spielstand 0.5 : 2.5

Schon im frühen Stadium der Partie übernahm Roland Mecklenburg das Zentrum, gewann dadurch Raum, den er bis ins Endspiel sogar noch leicht ausbauen konnte. Als der raumlose Gegner sich endlich Platz verschaffen wollte, ging glatt eine Figur hopps.
Neuer Spielstand 1.5 : 2.5

Während seiner Partie entpuppte sich Thomas Stahlhofen als wahrer Positionsbulle. In seiner Gegnerin fand er einen adäquaten Gegenpart – und so wurde mächtig positioniert, was natürlich Kraft und Ausdauer kostet. Vom den ganzen Strategieplänen erschöpft, gab es einen Generalabtausch, es verblieb auf beiden Seiten je eine Dame mit gleicher Bauernanzahl – Zeit sich die Hand zu reichen.
Neuer Spielstand 2.0 : 3.0

Es geschieht selten – aber diesmal ging Mathias Höfkers recht leichtsinnig mit der Sicherheit seines Königs um. Er unterschätzte ein Läuferopfer auf h3, sein König verlor die gesamte Bauernphalanx, Figuren waren nicht in Sicht und es drohte zweizügig Damenverlust. Eines musste man Mathias lassen: er blieb in dieser Situation völlig ruhig am Brett sitzen. Als sein Gegner den Damengewinn nicht fand, gab es keine zweite Chance mehr.
Neuer Spielstand 3.0 : 3.0

Die Figuren von Ralf Callenberg schienen von einer gewissen Ladehemmung befallen. Es gelang ihm einfach nicht, Druck aufzubauen. Es prallte einfach alles an seinem Gegner ab, der seinerseits immer besser ins Spiel kam. So war es nicht verwunderlich, dass Ralf in einem schwierigen Endspiel landete. Ob es zu halten war bleibt Makulatur – Ralf entschied sich für eine fatale Königswanderung, der Durchbruch am Damenflügel war nicht mehr zu verhindern.
Neuer Spielstand 3.0 : 4.0

Was Tom Kleiner aus dem Hut zauberte, sah auf unseren 64 Feldern richtig gut aus. Unser Taktikfuchs bekam ohne grosse Probleme das angestrebte Endspiel guter Springer gegen schlechten Läufer mit je einem Turm aufs Brett. Alles lief wie am Schnürchen, der von allen erhoffte Punkt lag in greifbarer Nähe – doch dann verkantete Tom. Er verlor völlig den roten Faden, und mit dem abschliessenden Remisangebot seines Gegners konnte er noch mehr als zufrieden sein.
Endstand 3.5 : 4.5

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