Ein Rückblick mit Aussicht

Nachdem in diesen Tagen ein Rückblick nach dem anderen alle Blickwinkel beleuchtete, eine Ansprache die nächste gejagt und man vor lauter guten Wünschen noch im tiefsten “Danke-Modus”steckt, war eines klar – unser Verein musste auch aktiv werden. Aber wer die Wahl hat, hat die Qual.mifon Zuerst war ein Rückblick mit allen Highlights, Pech und Pannen geplant… danach eine Ansprache unseres Vorsitzenden Peter Rausch… schlussendlich eine Danksagung an alle Mitglieder. Aber warum soll man sich mit halben Sachen begnügen? Auf die Bitte, uns Rede und Antwort zu stehen, willigte Peter sofort ein. Und so sprach unser “Insider” offen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Vereins.

 

Das Interview
Hallo Peter. Zufrieden mit dem Schachjahr 2015?
Zuerst einmal möchte ich mich bei allen Mitgliedern und Freunden des SV Springer Recklinghausen Süd bedanken, ohne die eine gelungene Wiederbelebung unseres Vereins undenkbar gewesen wäre. Schachlich, aber auch organisatorisch, war es ein ereignisreiches und vor allen Dingen ein erfolgreiches Jahr, was für den Verein sehr wichtig war. Und so bin ich natürlich rundum zufrieden.
Was war für dich das Highlight im Jahr 2015?
Da muss ich nicht lange überlegen – ganz klar der Aufstieg unserer 1.Mannschaft in die Verbandsklasse. Die „Erste“ ist einfach das Aushängeschild des Vereins. Und nach der Rückkehr von Mathias Höfker sieht man auch an den Ergebnissen, dass wir da gut mitspielen können.
Aber zu einem erfolgreichen Jahr gehört doch etwas mehr…
Klar – fast unbemerkt konnte sich die 2.Mannschaft für die 1.Kreisliga qualifizieren und fühlt sich dort mit 2 Siegen pudelwohl. Und mit unserer neugegründeten 3.Mannschaft, die neben Mustafa Kurt nur aus Jugendlichen besteht, können wir für die Zukunft hoffen.
Dann bist du mit den Mannschaften zufrieden?
Mehr als zufrieden. Die Erste und Zweite konnte ihr Saisonziel – den Klassenerhalt – praktisch schon erreichen, unser Nachwuchs sammelt Erfahrungen und steht derzeit in der oberen Tabellenhälfte. Worüber soll man sich da beschweren?
Beschweren könnte man sich über die Teilnahme an Veranstaltungen des Bezirks?
Das stimmt nur bedingt. Die Bezirkseinzelmeisterschaft wird von unseren Mitgliedern gut angenommen, und bei der Mannschaftsblitzmeisterschaft waren wir das beste Team aus dem Vest. Für den Dähne- und Viererpokal konnten wir leider keinen begeistern. Unter Pokal verstehen unsere „Jungs“ was anderes als dieses Trostrunden-System.
Wie steht es mit dem Vereinsabend und den internen Turnieren?
Der Vereinsabend läuft. Als kleiner Verein können wir noch keinen Saal füllen, aber wir arbeiten dran. Im Vergleich zur Mitgliederzahl ist der Besuch gut.
An den internen Turnieren müssen wir noch arbeiten. Zwar gab es im letzten Jahr eine Vereinsmeisterschaft, die Thomas Stahlhofen gewann, aber die Teilnehmerzahl liess schon zu wünschen übrig. Auf der JHV wurde das Thema „Turniere“ lange diskutiert, und wir beschlossen einige sinnvolle Änderungen. Nun liegt es am Spielleiter, die Dinge umzusetzen.
Du sprachst am Anfang von organisatorischen Dingen?
Schon zu Beginn des letzten Jahres sprachen mich einige Mitglieder an, ob wir nicht den „Springer“ wieder in den Vereinsnamen aufnehmen könnten. Dieser Bitte bin ich gefolgt. Dafür musste aber die nach der Fusion mit Herten verfasste Satzung geändert werden. Und weil wir schon mal dabei waren, haben wir die Satzung noch in einigen Punkten angepasst. Ausserdem mussten durch die „Fast-Auflösung“ von 2014 noch einige Formalitäten überarbeitet werden, was schon sehr zeitaufwendig war.
Und jetzt läuft alles wie von selbst?
Schön wär’s. Obwohl ich davon ausgehe, dass 2016 wesentlich entspannter als die beiden letzten Jahre über die Bühne gehen wird, müssen wir natürlich weiterhin am Ball bleiben. Unser Bekanntheitsgrad als Schachverein ist im Süder Raum immer noch unterirdisch. Und daran müssen wir weiterhin arbeiten. Erste Erfolge sind übrigens erkennbar. Nachdem wir im letzten Jahr bei vielen Events mit einem Stand präsent waren, bekommen wir mittlerweile Anfragen, ob wir nicht an einer Veranstaltung teilnehmen wollen.
Sind neue Projekte geplant?
Neben den Veranstaltungen gibt es tatsächlich neue Projekte, die aber noch alle in den Kinderschuhen stecken. Dabei geht es um soziales Engagement und um die Zusammenarbeit mit Schulen. Mehr wird noch nicht verraten.
Apropos Schule – wie steht es mit der Jugendarbeit?
Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang im letzten Jahr der Durchbruch. Unser Jugendtraining wird mittlerweile gut besucht. Und wie ich gehört habe, soll es auch einige hoffnungsvolle Talente geben. Das macht natürlich Hoffnung für die Zukunft. Aber wir sollten nicht zu schnell zu viel erwarten. Lassen wir unseren Jugendtrainer in aller Ruhe arbeiten.
Noch ein Wort zu den Aussichten im neuen Jahr
Prognosen sind immer schwierig. Was das Jahr 2016 bringt kann keiner vorhersehen. Wenn man bedenkt, dass wir bei ähnlicher Weiterentwicklung, bald mehr Junioren als Senioren im Verein haben, befinden wir uns auf dem richtigen Weg, den wir auch in diesem Jahr weiter beschreiten wollen.
Hast du einen persönlichen Wunsch?
Der ist genauso einfach wie schwierig. Ich wünsche mir meinen ersten Sieg in einer Turnierpartie in der Saison 15/16 !
Dazu drückt dir bestimmt jedes Vereinsmitglied ganz fest die Daumen. Und vielen, vielen Dank für deine Bereitschaft zu diesem Interview.

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