Viel Ironie mit einem Lichtblick

Manchmal gibt es so Tage, Tage an denen nichts läuft, einfach alles schief geht. Und genau so einen Tag erwischte unsere 3.Mannschaft. Schon im Vorfeld stand der Mannschaftskampf unter keinem guten Stern und das schlechte Karma setzte sich am Spieltag fort. Deshalb ging der 6.5 – 1.5 Sieg der Erkenschwicker vollkommen in Ordnung. Vielleicht um einen Punkt zu hoch, aber nie in Gefahr.

inerkenschwick (2)

Drei einsame Streiter in trügerischer Idylle

An den Räumlichkeiten kann es, wie auf dem Foto deutlich erkennbar, nicht gelegen haben. Ein modernes und helles Ambiente mit Platz für einen kleinen Weihnachtsmarkt, dazu Einzeltische mit einer Beinfreiheit so weit die Füsse wollten und einem Bodenbelag, der alles schluckte, was Füsse verursachen können.
Etwas befremdlich und sicherlich gewöhnungsbedürftig war hingegen das Rahmenprogramm.

Der Turniersaal

Schach in verqualmten Hinterstübchen ist Vergangenheit. Immer mehr Vereine wagen den Schritt in die Öffentlichkeit, belagern Schulen und scheuen selbst Volksfeste mit Musik und Tanz nicht mehr. Und das alles nur, um den ein oder anderen ins Netz zu bekommen.
In Erkenschwick waren alle Komponenten direkt in einem Raum vereint. Ein zweiter Blick in den “Turniersaal” zeigte dessen Vielseitigkeit. Während in einem kleinen Bereich der Mannschaftskampf tobte, steppte im Rest der Halle der Bär. Schachlich wurde geblitzt, analysiert, trainiert und diskutiert, was dem geübten Ohr sicherlich bekannt vorkam. Befremdlicher wirkte da schon die unüberhörbare Kulisse in Nähe der Rezeption, wo man über Putzpläne, Trimm-Dich-Strecken und andere wichtige Dinge fachsimpelte. Der Architekt des Eingangsbereiches muss ein wahrer Künstler gewesen sein, denn er beherrschte die Geheimnisse der antiken Flüsterakustik perfekt. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, dass man sich bei all der Fachsimpelei mittendrin und nicht nur dabei fühlte.
Unübertroffener Höhepunkt der Veranstaltung war aber die Hundeshow. In irgendeinem anderen Raum fand, wie sich später herausstellte, eine Veranstaltung mit Hund statt. Weiss der Geier warum die Veranstalter ausgerechnet den Platz neben den Brettern als eine Art Laufsteg benutzten. Und davon machten sie reichlich Gebrauch. Gut dass nur Lena, die diesmal für die Fotos verantwortlich war, Angst vor Hunden hatte.

So – genug entschuldigt! Klar, es waren keine optimalen Spielbedingungen, und wenn auch in allen beschriebenen Vorkommnissen ein Kern Wahrheit steckt, ist damit die hohe Niederlage nicht zu erklären. Pascal und Phillip spielten weit unter Form und bekamen keinerlei Zugriff auf ihre Gegner. Stellvertretend für die unerklärlich schwächelnden ersten Bretter das Ende der ersten Partie von Pascal:

Pascal, der mit den schwarzen Steinen nicht auf Rosen gebettet ist, machte hier kurzen Prozess
15… Kd7 ??
15… Kb8 hätte noch Gegenwehr ermöglicht, auch wenn Weiss besser steht.
16…Da4+ c6
Das Trauerspiel beginnt
17. dxc6+ Dxc6 18. Lb5
Vorhang

Schwamm drüber, Mund abwischen und nach vorne schauen. Es gibt halt diese Tage, an denen nichts geht. Und wenn man nur mit drei Brettern antritt, wobei zwei Bretter einen schlechten Tag erwischten, gibt es halt eine empfindliche Niederlage. Übrigens – Fabienne, die am 4.Brett gleich zweimal kampflos verlor, weiss wahrscheinlich noch nichts von ihrem “Glück”, da sie schon Wochen vorher abgesagt hatte.
Aber es gab trotzdem einen Lichtblick – und der trägt den Namen Nico. Auch wenn sein Ohr bestimmt noch klingeln wird, weil er sich ständig den Satz “Du lässt keine Figur mehr stehen” anhören musste, zeigte die ungewöhnliche Massnahme Wirkung. Mit sicheren Zügen verschaffte er sich in der ersten Partie schnell Vorteil, den er dann bis über die Ziellinie brachte. Im zweiten Match -so munkelt man – willigte er in ein Remis ein, weil seine Mitstreiter die Rückfahrt antreten wollten.

Der letzte Satz gehört diesmal dem Mannschaftsführer Pascal. Ein Satz, der die Niederlage eigentlich schnell vergessen lassen sollte. Nach dem Mannschaftskampf sagte er: “Ich habe heute viel gelernt!”

Lenas Hoch- und Weitschüsse

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