Wir haben fertig

Beim mittlerweile obligatorischem Nach-dem-Kampf-Absacker waren alle ziemlich sprachlos. Der vierte Sieg in Folge, acht Punkte aus dem Konto und Platz 1 in der Liga. “Wir haben fertig” war der Trinkspruch am Stammtisch. Unser Süder Achter konnte als Aufsteiger sein Saisonziel – den Klassenerhalt – praktisch schon sichern.

Die Einzelergebnisse
Br.Springer-Süd 1DWZ-Hervest-Dorsten 1DWZ4,5:3,5
1Callenberg, Ralf1975-Doering, Carsten1967 1 : 0
2Mecklenburg, Roland1979-Hermanowski, Mark1825½:½
3Höfker, Mathias2068-Hater, Norbert1902 1 : 0
4Parado, Dominador1893-Vengels, Joachim1973 1 : 0
5Wimber, Hartmut1823-Kudsin, Alexander1836½:½
6Stahlhofen, Thomas1836-Heiming, Thomas1814 0 : 1
7Scheyka, Torsten1769-Schmidt, Christian1706½:½
8Diebig, Klaus1691-Lüker, Horst1834 0 : 1
Es war der erste Mannschaftskampf, in dem unser Team leichter Favorit war. Im Vorfeld warnte Ralf Callenberg noch, die Dorstener nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Obwohl jeder die Warnung sicherlich ernst nahm, hätte nicht viel gefehlt, und nach einem gelungenen Auftakt wäre der Kampf fast noch gekippt.

Während draussen Wind und Regen ihr Unwesen trieben, herrschte an den Brettern im Bürgerhaus eitel Sonnenschein. Was unsere Mannen nach gut zwei Stunden abgeliefert hatten, liess einen entspannten Nachmittag erwarten. Aber was den Eindruck eines lockeren Spazierganges erweckte, entwickelte sich noch zu einer ganz engen Kiste. “Schuld” daran war die kämpferisch eingestellte Mannschaft aus Dorsten, während bei uns der Faden teilweise völlig verloren ging.

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Die gähnende Leere an Brett 4

Selbst unser Hausfotograf konnte ihn nicht mehr am Brett erwischen. Denn wenn unser Vollblutangreifer Dominador Parado in seinem Element ist, dauert es meist nicht mehr lange, bis er sich den gegnerischen Monarchen schnappt. Auch gegen Dorsten wählte er die klassische Methode: Felder schwächen, Linien öffnen, Kombi suchen…Matt!
Neuer Spielstand 1.0 – 0.0
Wenn weder Weiss noch Schwarz ein Übergewicht erreicht, und beide Spieler ihre Figuren auf Augenhöhe bewegen, ist das Remis fast eine zwangsläufige Konsequenz. So konnte Hardy Wimber ein ungefährdetes Remis erreichen, was mit den schwarzen Steinen völlig in Ordnung ging.
Neuer Spielstand 1.5 – 0.5
Wie man eine Stellung beschreiben soll, in der sich alle Aktivitäten auf den hinteren drei Reihen abspielen, ist nicht einfach. Da bekommt der Spruch “Die Klötze zusammenhalten” eine ganz neue Bedeutung. Thorsten Scheyka scheint ein Spezialist in dieser Disziplin zu sein. Mit stoischer Ruhe gönnte er seinem Gegner, ein wahrhaft beängstigend eng wirkendes Korsett zu schnüren. Aber wer Torsten kennt, kennt auch seine Fähigkeiten, gerade solche Stellungen erfolgreich zu verteidigen. Und so überraschte es keinen, als man sich friedlich auf ein Remis einigte.
Neuer Spielstand 2.0 – 1.0
Einer der Garanten für unsere Siegesserie ist Mathias Höfker. Auffällig ist seine enorme Konterstärke gegen angriffslustige Spieler. Dachte man nach seinem ersten Bauerngewinn noch, der Gegner hätte genügend Kompensation, weil die Figuren von Mathias doch etwas unkoordiniert schienen, war spätestens nach einem weiteren Bauern – und anschliessendem Qualitätsgewinn die Sache geritzt.
Neuer Spielstand 3.0 – 1.0
“Das wars dann wohl” war die einhellige Meinung nach diesem Sieg. Mit den noch laufenden Partien konnte man mehr als zufrieden sein. Doch dann kam der erste Rückschlag. Klaus Diebig fand, je länger die Partie dauerte, keine Felder mehr für seine Figuren. Und seine scheinbar magnetische Grundreihe tat ihr Übriges und zog alle Figuren immer stärker an. Dadurch konnte der Gegner seine Figuren auf ideale Felder stellen, was schlussendlich nicht mehr zu verteidigen war.
Neuer Spielstand 3.0 – 2.0
Wer seine Partien offensiv anlegt, versucht mit Bauern und Figuren Schwächen im gegnerischen Lager zu erzeugen. Das gelang Thomas Stahlhofen an Brett 6 recht erfolgreich. Er drang mit Dame, Turm und Läufer vielversprechend in die schwarze Stellung ein, besetzte die 7.Reihe, und die lädierte Königsstellung liess eine kombinatorische Lösung vermuten. Doch es kam ganz anders. Wer angreift hinterlässt auch im eigenen Lager Schwächen. Und wer darauf nicht achtet, kann selbst Opfer eines Mattangriffs werden – schade…schade.
Neuer Spielstand 3.0 – 3.0
Nach seiner wieder guten Vorstellung am 1.Brett kann man eines feststellen: Ralf Callenberg ist in der Verbandsklasse angekommen! Es war eine spannende Partie. Schon in der Eröffnung gewann Ralf einen Bauern, musste dafür aber einem unangenehmen Druck gegen f7 in Kauf nehmen. Ob sich die Stellung dadurch im dynamischen Gleichgewicht befand, ist schwer zu sagen. Was man aber sagen kann: Ralfs Gegner versuchte es in beidseitiger Zeitnot mit der Brechstange. Durch den Vormarsch der Rochadebauern wollte er Verwirrung stiften, was aber wie so oft nicht gut ging. Eine kleine Schachserie am nun ungeschützten König…und Ralf hatte eine Figur mehr.
Neuer Spielstand 4.0 – 3.0
Nachdem Roland Mecklenburg schon gegen Ahlen und Bochum die letzte Partie des Tages spielte, blieb er auch diesmal seinem Steckenpferd treu. Was nach der Eröffnung wie ein lockerer Aufgalopp mit Punktegarantie aussah, entwickelte sich zu einem zähen Ringen. Bevor über alle Höhen und Tiefen der Partie geschrieben wird, soll sich jeder selbst sein Bild machen.

Endstand 4.5 – 3.5
Ob Ralf sich diesmal über die Partien hermacht, ist noch nicht sicher. Er nahm zwar alle mit, konnte aber nicht versprechen, ob er die zeitintensiven Analysen gebacken bekommt.
Die letzten Worte gehören diesmal unserem “Terminator”, der nicht nur am Brett erfinderisch ist. Nachdem die 1.Mannschaft ihr Saisonziel erreicht hat, gab Dominador das neue Ziel vor: die Herbstmeisterschaft. Dafür muss das Team auch nach dem nächsten Spieltag weiterhin Tabellenführer sein. Aber…das Team muss auch aufpassen, nicht übers Ziel hinauszuschiessen.

 

Werners Shooting

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