Aller Anfang ist schwer

Roland Mecklenburg und Mathias Höfker

Zwei Punkte im Einsatz

Die Luft im Verband ist dünn. Verdammt dünn sogar, nimmt man unseren ersten Mannschaftskampf gegen die Zweitvertretung von Ahlen genauer unter die Lupe. Gegen einen dezimierten Gegner konnten wir mit Ach und Krach 4.5 : 3.5 gewinnen. Bekanntlich ist aller Anfang schwer, und unsere Spieler werden sicherlich schnell die Technik erlernen, auch in dünner Luft richtig zu atmen.

 

 

 

Die Einzelergebnisse

BrettSpringer SüdDWZ-Ahlen 2DWZ4.5 : 3.5
1Callenberg, Ralf1975-Woestmann, Ulrich20280 : 1
2Mecklenburg, Roland1979-Nattermüller, Irina19841 : 0
3Höfker, Mathias2068-Nattermüller, Matthias19341 : 0
4Parado, Dominador1893-Starp, Klaus1893+ : -
5Wimber, Hartmut1823-Wagner, Ralf19140 : 1
6Stahlhofen, Thomas1836-Volesky, Michael1812+ : -
7Scheyka, Torsten1769-Dreesbach, Harald17420 : 1
8Diebig, Klaus1691-Oberdorfer, Jakob1376½ : ½

 

Geben wir nun Thomas, der als “arbeitsloser Spieler” viel Zeit hatte, das Geschehen an den Brettern genau zu beobachten, das Wort:

“Der heutige Mannschaftskampf hatte ein Vorspiel, da der SV Ahlen gerne den Termin eine Woche nach vorne verlegt hätte. Da dort dann aber von uns Spieler nicht gekonnt hätten, blieb es bei dem ursprünglichen Termin und da Ahlen die Terminprobleme wohl nicht lösen konnte, fehlten ihnen zwei Spieler an den Brettern 4 und 6, so dass Dominador und Thomas ihre Partien kampflos gewannen. Beide hätten zum Saisonauftakt gerne gespielt, aber so stand es 2:0 für uns und wir hatten Zeit uns die restlichen Partien in Ruhe anzuschauen.

Eröffnungsphase
An Brett 1 wurde Ralf von einer etwas ungewöhnlichen Behandlung des geschlossenen Sizilianers überrascht, musste sehr viel Zeit investieren und stand recht gedrückt. Roland an Brett 2 hingegen hatte seine Gegnerin mit der Orang Utan-Eröffnung in ein Spiel abseits bekannter Pfade gelockt, auf denen sie sich aber durchaus zurecht fand. Es entwickelte sich eine sehr positionelle Stellung, die beiderseits langsames Manövrieren erforderte – also ganz nach dem Geschmack unseres Spielers. Auch an Brett 3 bahnte sich mit der Stonewall verteidigung eine lange, positionelle Partie an, bei der nach einer Stunde noch keine Seite Vorteile aufweisen konnte.
Hardy stand hingegen nach einer beidseits etwas ungewöhnlichen Eröffnungsbehandlung positionell deutlich unter Druck und auch bei Torsten mussten die Zuschauer etwas bangen. Der Gegner hatte bei der Pirc Eröffnung die Linien zu Torstens König geöffnet und begann nun all seine Schwerfiguren dort zu konzentrieren. Gut sah es für uns an Brett 8 aus. Klaus entwickelte im Damengambit Druck am Damenflügel und besaß eindeutig die Initiative.

Mittelspiel
Nach etwa 3 Stunden Spielzeit hatten sich die Dinge aus unserer Sicht sehr erfreulich entwickelt. Ralf konnte sich aus seiner bedrängten Lage in ein ausgeglichenes Mittelspiel befreien und hatte auch zeitlich keinen Nachteil mehr. Mathias drang mit seinen beiden Springern erst am Damenflügel und mittlerweile auch am Königsflügel in die gegnerische Stellung ein und stellte zahlreiche Drohungen auf. Hardy hatte ebenfalls ausgeglichen. Er stand zwar noch etwas gedrängt, hatte dafür aber einen gesunden Mehrbauern aufzuweisen. Und auch bei Torsten entwickelten sich die Dinge gut. Es gelang seinem Gegner nicht auf der offenen h-Linie durchzudringen, stattdessen sah er sich nun selbst Drohungen gegen seinen König ausgesetzt. Klaus hatte mittlerweile am Damenflügel einen Bauern gewonnen, den er nun im Endspiel zu verwerten suchte.
Die sonnige Endphase
Trotz des Mehrbauern war das entstehende Turmendspiel bei Klaus Remis, so dass sich die Kontrahenten auf Remis einigten. Kurze Zeit später musste der Gegner von Mathias seine Waffen strecken. Nachdem es ihm gelang seinem Läufer die lange Diagonale zum gegnerischen König zu öffnen, gab es gegen die zahlreichen Drohungen keine Verteidigung mehr. Nach seiner langen Schachpause gelang Mathias also ein blitzsauber herausgespielter Sieg. Herzlichen Glückwunsch! Es stand nun also 3,5 : 0,5 für uns – und nun folgte
Die bittere Endphase
Im Versuch Gegenspiel zu erlangen, spielte Hardy zu optimistisch und schwächte dadurch seine Königsstellung so sehr, dass die nun plötzlich auftauchenden zahlreichen Drohungen nicht mehr abzuwehren waren. Ralf und sein Gegner kamen in ausgeglichener Stellung beide in Zeitnot. Durch die 30 Sekunden Zeitgutschrift allerdings nun kein so großes Problem mehr, sollte man meinen…. Man sollte allerdings seine Uhr im Auge behalten…. Nun Ralf tat dies nicht, und wurde von dem gegnerischen Ausruf „Zeit“ böse überrascht. Torsten hatte mittlerweile ebenfalls durch das Übersehen einer Springergabel einzügig seine bis dahin mindestens ausgeglichene Stellung ruiniert. Aus dem 3,5 : 0,5 war also ein 3,5 : 3,5 geworden
Der Matchball
In der letzten Partie befanden sich beide in Zeitnot. Roland stand allerdings nach einer positionell sehr stark gespielten Partie auf Gewinn, wenn er denn den rechten Zug finden würde…Nachdem er die Geduld der Kiebitze strapazierte, indem er erst so tat, als wolle er einen nicht gewinnbringenden Königszug vollziehen, besann er sich dann aber doch noch einmal, zog T-c1 und stellte damit nicht parierbare Drohungen auf, die seine Gegnerin mit dem Ablaufen ihrer Zeit beantwortete. Endergebnis 4,5 : 3,5
Das Resümee
Insgesamt also ein knapper Sieg, der sicher auch auf die zwei fehlenden Gegner zurückzuführen ist und von daher als glücklich zu bezeichnen ist. Für Ahlen ist es ein bitteres Ergebnis. Vom Spielverlauf her, hätte der Sieg allerdings durchaus auch deutlich höher ausfallen können. Die drei Verlustpartien nahmen alle einen ähnlichen Verlauf. Nachdem unsere Spieler nach der Eröffnung unter Druck standen, gelang es allen dreien sich zu befreien und das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Die Partien wurden dann jeweils durch einen entscheidenden Patzer entschieden.”

Werner war natürlich auch im Einsatz. Unserem “Hausfotografen” gelangen wieder zahlreiche Schnappschüsse:

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