Punktlandung in Boenen

Obwohl unser Achter im Auswärtsspiel in Boenen schnell in Rückstand geriet, kam das Team zurück und bekam mit einem hauchdünnen 4.5:3.5 Sieg die Nase gerade noch nach vorne, womit wieder die Hoffnung auf den Klassenerhalt geschürt ist.

Der Ort des Geschehens

“Jetzt ist es hell und kalt, später dunkel und bestimmt warm” kommentierte ein Süder trocken, als wir das Spiellokal betraten. War aber eher scherzhaft gemeint, denn die Spielbedingungen waren sehr gut und mit den gastfreundlichen Hausherren die Rahmenbedingungen top.

Im Einzelnen
BrettSV Boenen 1 DWZ- Springer Süd 1 DWZ3,5:4,5
1 Schlottmann, Fabian 2300- Beckmann, Klaus 21211 – 0
2 Lenz, Guntram 1858- Callenberg, Ralf 1996½ – ½
3 Fuest, Torsten 1871- Höfker, Mathias 20780 – 1
4 Merz, Martin 2014- Herud, Martin 20081 – 0
5 Helmert, Jochen 1900- Mecklenburg, Roland 19830 – 1
6 Schütz, Hans-Joachim 1883- Hajra, Hetem 19370 – 1
7 Mönkemeyer, Maik 1739- Parado, Dominador 19051 – 0
8 Wegner, Stephan 1700- Stahlhofen, Thomas 18000 – 1

Wie hart es in Boenen zuging zeigt die Tabelle. Erst die letzte Partie endete mit einem Remis durch Dauerschach. Obwohl unser Achter plötzlich und unerwartet mit 0:2 hinten lag, stimmte diesmal die Moral. Kurz vor der ersten Zeitkontrolle wurden fast gleichzeitig vier Punkte eingefahren. Doch dann begann noch einmal das grosse Zittern.

Der Reihe nach

Zur Zeit klebt Klaus einfach das Pech an den Stiefeln. Nach einem soliden Colle-Aufbau konnte er sich einen kleinen Vorteil erarbeiten, bis er übermütig einen vergifteten Bauern verspeiste, der ihm Haus und Hof kostete.
Neuer Spielstand 0.0 : 1.0

Manch einer hätte sicherlich einen Euro auf Martin gesetzt, als dieser ein auf der Hand liegendes Qualitätsopfer brachte. Doch mit zwei ungenauen Zügen verschenkte Martin seinen Vorteil, der nun bärenstark aufspielende Gegner kassierte zuerst eine Figur und tauschte dann auch noch die Damen.
Neuer Spielstand 0.0 : 2.0

Der verhaltene Beginn von Roland verleitete seinen Gegner das Zentrum zu öffnen. Zu früh, wie sich herausstellte. Denn nach einer trockenen Abwicklung verblieb der Schachfreund aus Boenen mit einer völlig zerstückelten Bauernstruktur, die schutzlos angreifbar war. Als Roland den zweiten Bauer gewinnen konnte, überschritt Schwarz die Zeit.
Neuer Spielstand 1.0 : 2.0

Diesmal zeigte sich Mathias im Königsinder gewappnet. Mit stoischer Ruhe übernahm er die Initiative, schnürte seinen Gegner förmlich ein, bis dieser in aufkommender Zeitnot beim Befreiungsversuch seine Dame einstellte.
Neuer Spielstand 2.0 : 2.0

Im geschlossenen Sizilianer konnte Thomas seinen Gegner am Damenflügel so beschäftigen, dass dieser überhaupt nicht zum Königsangriff kam. Über die offene a-Linie drang seine Dame in die weisse Stellung ein, stiftete jede Menge Unruhe und als der Nachschub eintraf, sicherte sich Thomas entscheidenden Materialvorteil.
Neuer Spielstand 3.0 : 2.0

Es spricht schon für eine gehörige Portion Selbstvertrauen, wenn der Gegner sein gesamtes Sortiment gegen den König auffährt. Und genau dieses Selbstvertrauen besass Hetem, der zwei wichtige Angriffsfiguren abtauschte und selbst Alarm am Damenflügel machte. Kurz vor der ersten Zeitkontrolle sammelte Hetem eine Figur ein, wenig später gab der Gegner auf.
Neuer Spielstand 4.0 : 2.0

Auch nach dem frühen Damentausch marschierte Dominador wie gewohnt nach vorne. Sein Läuferpaar dominierte die gegnerischen Springer, die verzweifelt nach Feldern suchten. Doch Zug für Zug verbesserte der Boenener seine Stellung, Dominador setzte alles auf einen Freibauer, gab dafür seinen gesamten Damenflügel auf – und musste feststellen, dass alles nur eine Fata Morgana war.
Neuer Spielstand 4.0 : 3.0

Mit Schwarz kommt Ralf einfach nicht in die Hufe. Der Aufgalopp klappte nicht, seine Figuren fanden keine Felder, von Angriffspunkten ganz zu schweigen. So musste er sich lange, sehr lange verteidigen. Nachdem Ralf viele Figuren tauschen konnte, gelang ihm tatsächlich noch eine Rettung ins Dauerschach.
Endstand 4.5 : 3.5

Es bleibt eng, verdammt eng sogar. Der rettende Strohhalm ist zwar gepackt, muss im nächsten Mannschaftskampf gegen Katernberg aber verteidigt werden. Und das wird eine ganz harte Nuss…

Das Letzte zum Schluss
Vor gar nicht soo langer Zeit gab es hier eine lebhafte Diskussion über die DWZ und deren Bedeutung. Wir wollen jetzt hier kein neues Fass aufmachen, aber es ist schon interessant, wie der Schachklub Bad Homburg mit seinem “Orakel” versucht, Licht ins Dunkel zu bringen – schaut mal rein!


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