Eine Nummer zu gross

Die heimstarken Bochumer waren für unsere 1.Mannschaft einfach eine Nummer zu gross. Und so wurde unser Achter trotz teilweise harter Gegenwehr mit einer deutlichen 2.5:5.5 Niederlage nach Hause geschickt.

Im Einzelnen
BrettBochumer SV 2DWZ-Springer Süd 1DWZ5,5 – 2,5
1Schneider, Bernd2272-Beckmann, Klaus2121½ - ½
2Heinbuch, Detlef2226-Callenberg, Ralf19961 – 0
3Krämer, Matthias2216-Höfker, Mathias20781 – 0
4Spiess, Timo2047-Herud, Martin20081 – 0
5Hinkmann, Jens2009-Mecklenburg, Roland1983½ - ½
6Goralski, Christian1967-Hajra, Hetem19371 – 0
7Peters, Olaf1904-Kleiner, Tom18770 – 1
8Bautz, Volker1834-Berthy, Andreas1572½ - ½

Da schlummert schon jede Menge DWZ bei den Bochumer Spielern. An allen acht Brettern verloren wir den DWZ-Vergleich, schon ein richtungweisender Hinweis. Vor allem vorne bekamen unsere Recken die harte Gangart zu spüren. Einzig Klaus konnte seine Partie offen gestalten, ein verdientes Remis war die Belohnung. Hinten lief es etwas besser, konnte aber nur zur Kosmetik beitragen.

Volle Konzentration: Tom

Schade dass Tom sich zur Zeit einer anderen “Randsportart” verschrieben hat, er wäre mit Sicherheit ein wichtiger Baustein im Team. So bleibt es wohl eher bei sporadischen Einsätzen., was seiner Spielstärke offensichtlich nicht schadet.

Der Reihe nach

Soo viele Glückwünsche für ein trockenes Remis wird Andreas nicht alle Tage bekommen. Dabei war die Partie bestimmt durch zwei Spieler, die keinerlei Risiko eingingen und pö a pö alles vom Brett verschwinden liessen, bis Gewinnversuche ad acta gelegt werden konnten.
Neuer Spielstand 0.5 : 0.5

Manchmal ist es nur eine Kleinigkeit, eine Unachtsamkeit, die eine Partie kostet. Diesmal war Ralf das Opfer. Ein harmlos aussehender Bauernzug kostete eine ganze Qualle. Und so sehr er sich auch mühte, ein Gegner mit so einer Kragenweite lässt da nichts mehr anbrennen.
Neuer Spielstand 0.5 : 1.5

Wenn sich ein Spieler nach der Partie, auf der Rückfahrt und sogar noch beim “Abschlussbankett” ärgert, muss was dran sein. Und Hetem hatte tatsächlich recht. Nachdem er die Angriffswelle nicht nur überstanden, sondern mit Mehrbauer recht optimistisch auf das weitere Geschehen blicken konnte, setzte er seinen Springer auf das falsche Feld. Die daraus forcierte Abwicklung führten zu Problemen, die Hetem nicht mehr in den Griff bekam.
Neuer Spielstand 0.5 : 2.5

Wer sich für positionelle Millimeter-Arbeit interessiert, war bei Klaus genau richtig. Mit stoischer Ruhe probierten beide Spieler, kleinste Vorteile zu sammeln, wobei Klaus den Vogel abschoss. Sein Läufer kurvte in 25 Zugen gleich sechsmal übers Brett: von f1 nach c4 b3 c2 d3 f1 bis er schliesslich auf g2 landete. Trotzdem blieb die Stellung in einem relativen Gleichgewicht, und obwohl nur ein Bauer und eine Leichtfigur getauscht wurde, einigte man sich erschöpft auf ein Remis.
Neuer Spielstand 1.0 : 3.0

Nach einem laschen Beginn, kam die Partie von Roland erst in Schwung, als er einen Springer auf c6 plazieren konnte. Doch sein Gegner war auf der Hut, und was optisch ansprechend aussah, endete in einer Art Dauerschach der Dame, die einfach zwischen zwei Feldern hin und her getrieben wurde.
Neuer Spielstand 1.5 : 3.5

Praktisch ohne Mittelspiel landete Tom in einem Endspiel mit Doppelturm. Nach beidseitiger Mobilisierung der Truppen kam es zum Generalabtausch, Toms Gegner opferte einen lästigen Isolani und erhoffte sich damit einen friedlichen Ausgang der Partie. Doch Tom zeigte sein Gespür für Fortschritt in ganz kleinen Etappen. Und so quälte er seinen Gegner, bis er nach vielen Etappen in ein gewonnenes Bauernendspiel abwickeln konnte.
Neuer Spielstand 2.5 : 3.5

Steht der Läufer im Sizilianer auf g7 ist er entweder Fluch oder Segen. Und gerade dieser Läufer, mit dem Martin schon so viele Siege erringen konnte, machte ihm diesmal das Leben schwer. Geschickt tauschte sein Gegner Figur für Figur ab, bis dieser Läufer gegen einen quicklebendigen Springer zum Showdown antreten musste. Ob ein Remis drin gewesen wäre, wenn er einfach nur abgewartet hätte, bleibt offen. Martin entschied sich für eine aktive Verteidigung, sein Gegner entschied dadurch schnell die Partie.
Neuer Spielstand 2.5 : 4.5

Was sonst äusserst selten geschieht, Mathias kam schlecht aus der Eröffnung. Sein Gegner entfaltete enormen Druck am Königsflügel, zwei weit vorgerückte Bauern hemmten die Bewegungsfreiheit von Mathias Figuren. Eine Qualle ging verloren; ein letzter Rettungsring war ein mögliches Dauerschach. Doch dazu kam es nicht mehr, der gegnerische Angriff drang durch.
Endstand 2.5 : 5.5

Die Niederlage ist kein Beinbruch, Bochum war einfach eine Nummer zu gross. Etwas beunruhigend ist die magere Ausbeute mit den schwarzen Steinen (0.5/4), mag aber auch am Gegner liegen. In der nächsten Runde kommen die bisher sieglosen Dortmunder, ein Gegner auf Augenhöhe, ins Bürgerhaus. Das wird sich zeigen, wie das Team die Niederlage verdaut hat. Es geht um ganz wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

Zweimal Bockspringen
Heinbuch – Callenberg

Eigentlich nicht viel los – ausser man spielt 11…b6. Jetzt bekommt der Läufer auf g2 freie Sicht, was nach 12. Lf4 offensichtlich wird. Ralf probierte noch 12…e5, verlor aber nach 13. Sxe5 Lxe5 14. Lxe5 Sxe5 15. Lxa8 die Qualle.

Goralski – Hajra

Hetems Gefühl stimmte. Mit 27…Se4?? bestellte nur noch Weiss die Musik. Der wacklig stehende Springer bestimmt die weitere Partie. Nach 28. g4 g6 29. gxf gxf 30. g4 konnte Hetem die Probleme nicht mehr lösen. Dabei hätte 27…Sa4 Vorteil behalten, wenn die Umsetzung auch extrem schwer gewesen wäre.

Das Letzte zum Schluss

Es war der einzige Sieg, und es war ein wirklicher Hingucker. Das wohl unangenehmste Endspiel mit Mehrbauer behandelte Tom sehenswert. Mit der nötigen Ruhe verbesserte er seine Stellung, bis er nach vielen Manövern endlich am Ziel war.

Kleiner – Peters

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