Der erste Schritt

Unser Achter legte in der Erstrundenbegegnung gegen Buer einen glatten 5.5:2.5 Erfolg aufs Parkett und tat den ersten wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Im Einzelnen
BrettSpringer SüdDWZ-SF BuerDWZ5.5 – 2.5
1Beckmann, Klaus2121-Grosse-Frintrop, Gerd19881 – 0
2Callenberg, Ralf1996-Renk, Christoph1945½ – ½
3Höfker, Mathias2078-Schorra, Helmut20451 – 0
4Herud, Martin2008-Wilbert, Siegfried19701 – 0
5Mecklenburg, Roland1983-Andersen, Knut18490 – 1
6Hajra, Hetem1937-Seppelfricke, Guido18980 – 1
7Parado, Dominador1905-Kreitling, Oliver18241 – 0
8Stahlhofen, Thomas1800-Ebert, Manfred19211 – 0

Unsere Erste war Favorit – man könnte sogar sagen klarer Favorit. Aber genau diese Favoritenrolle ging vor zwei Jahren gegen Buer mit einer denkwürdigen 1.0:7.0 Klatsche voll in die Hose. Doch diesmal war das Team auf der Hut und spielte konzentriert. Der Sieg geht in Ordnung, wenn er auch etwas zu hoch ausfiel.

Zwei Strategen – zwei Punkte

Schon in der letzten Saison waren Martin und Mathias wichtige Stützen der Mannschaft. Und scheinbar geht es nahtlos so weiter. Mit ihren Punkten gegen Buer waren sie massgeblich für den Erfolg verantwortlich.

Der Reihe nach

Das fängt ja wieder gut an, werden einige gedacht haben. Hetem kam einfach nicht ins Spiel. Das gegnerische Läuferpaar drückte mächtig auf die mit f3 und c3 geschwächte Stellung. Dazu ein König in der Mitte, der bei seiner Flucht glatt einen seiner Untertanen verlor.
Neuer Spielstand 0.0 : 0.1

Mit Mathias ist schachlich einfach nicht gut Kirschen essen. Schon nach wenigen Zügen übernahm er als Schwarzer die Initiative, schraubte seine Figuren in die gegnerische Stellung, ein verwirrter Turm brachte reichlich Beute, das Ding war durch.
Neuer Spielstand 1.0 : 1.0

Die hypermoderne Verteidigung mit Expansionsgelüsten am Königsflügel konterte Thomas schnell geschickt im Zentrum. Selbst der Damentausch brachte keinerlei Entlastung für den Bueraner. Ganz im Gegenteil. Der unterentwickelte Damenflügel kostete die Qualle, kurz später gewann Thomas noch eine Figur, der Punkt war gebucht.
Neuer Spielstand 2.0 : 1.0

Wer im Sizilianer schon nach wenigen Zügen ein wichtiges Tempo verschenkt, steht mit dem Rücken zur Wand. Und genau da hatte Martin seinen Gegner stehen. Als er den gewinnbringenden Läuferzug fand, gab es eine Qualle bei überlegener Stellung. Sein Gegner liess sich den technischen Teil noch zeigen, am verdienten Punkt gab es jedoch keine Zweifel.
Neuer Spielstand 3.0 : 1.0

Es war wieder ein klassischer “Parado-Style” , also nichts für schwache Nerven. Was zuerst wie ein Königsinder aussah, veränderte sich in ein wildes Gehacke, das Dominador einfach zwei Bauern kostete. Nach Abtausch aller Leichtfiguren war der Ofen praktisch aus, hätte Dominador nicht heimlich, still und leise einen Bauern bis nach h3 befördert. Und genau dieser Stachel brachte nach einem unbedachten Zug seines Gegners die Entscheidung, indem er den Bauern auf h2 kassierte und der Weg zur neuen Dame frei war.
Neuer Spielstand 4.0 : 1.0

In einer lange Zeit ausgeglichen Partie kam Roland – oder besser gesagt sein Springer – unter die Räder. Anstatt ihn mutig ins gegnerische Lager zu befördern, wurde er ängstlich auf die eigene Grundreihe postiert, was gleichzeitig sein Ende bedeutete. Roland versuchte noch den freistehenden gegnerischen König zu bedrängen, musste aber nach einigen Zügen die Segel streichen.
Neuer Spielstand 4.0 : 2.0

Ein ganz wildes Eröffnungswerk legte Klaus aufs Brett. Sein wohl überraschter Gegner werkelte mit, es blieb ein Stellungstyp, den man nicht jeden Tag sieht. Zuerst gab es eine Qualle hier, dann gab es eine Qualle da, trotzdem blieb alles im Gleichgewicht. Im Endspiel Turm/Läufer gegen Turm/Springer sah der Läufer von Klaus sicherlich etwas angriffslustiger aus, einen Vorteil konnte er damit jedoch nicht erreichen. Als ein Remis unvermeidlich schien, passierte es doch noch. Mit einer taktischen Wendung wickelte Klaus in ein gewonnenes Bauernendspiel ab.
Neuer Spielstand 5.0 : 2.0

Die Partie von Ralf plätscherte so vor sich hin, einzig unterbrochen durch den ein oder anderen Abtausch. Als es nichts mehr zu tauschen gab, weil nur noch ungleiche Läufer auf dem Brett standen, wäre nach einem kurzen, kritischen Moment ein Remis die logische Konsequenz gewesen. Doch der Spielstand gestattete keine friedliche Lösung. Erst als Klaus den Punkt machte, gaben sich die ungleichen Läufer endlich die Hand.
Endstand 5.5 : 2.5

Ein ganz, ganz wichtiger Sieg. Nicht nur der gelungene Einstieg in die Saison zählt, sondern vor allem der Sieg über einen Mitkonkurrenten um die hinteren Plätze veredelt das Match. Schon am 07.10. geht es zu einem der Topfavoriten nach Bochum. Das Team bleibt auf dem Boden: ein Punkt wäre ein Traum, zwei Punkte Wahnsinn!

Über die Schulter geschaut

Grosse-Frintrop – Beckmann

Und dann passierte es doch noch. Wohl ermüdet durch den langen Kampf zog Weiss hier sorglos 66…Sc4. Schon war es passiert. Es folgte 67.Txc4 Kxc4 68.Le2+ und das Bauernendspiel ist leicht gewonnen.

Schorra – Höfker

Das Problem der weissen Stellung ist der Turm auf c4. Um einen direkten Qualitätsverlust zu verhindern, zog Weiss 19.Te1, da 19.a4 durch 19…b5 widerlegt wird. Doch jetzt werden die schwarzen Figuren lebendig 19…Lb5 20.Tc3 Sd5 21.Tb3 La4 Weiss probierte noch den Husarenritt 22.Txe6, konnte die Stellung nach 22…Sc3 23.De1 Lxb3 24.Sxb3 Dxf3 25.Te3 Dd1 nicht mehr halten und gab wenige Züge später auf.

Herud – Wilbert

Der weisse Vorteil ist unübersehbar. Doch wie nutzt man den Druck auf der g-Linie aus? Martin fand die Lösung 31.Lh6! Jetzt ist guter Rat teuer. 31…Txh6 verbietet sich natürlich wegen 32.Txg7 nebst Matt, 31…gxh6 geht noch schneller, Schwarz versuchte mit 31…Tg4 seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Nach 32.fxg4 gxh6 33.Dd5 wehrte sich Schwarz noch 44!! Züge, am Ergebnis konnte er aber nicht mehr rütteln.

Kreitling – Parado

Eine trostlose schwarze Stellung, die nach 32.Dg5 mit der Drohung 33.Dh4 aufgabereif war. Doch Weiss zog 32.b3 und Dominador witterte wieder seine Chance. 33.Dc3 Dd6 34.Tc6 Da3 35.Dc2 Weiss verliert völlig den Faden, der Rest spielt sich von selbst. 35…Da1+ 36.Kf2 Dh1 37.Tc4 Dxh2+ 38.Ke3 Dg1+ 39.Ke2 h2 40.Txd4 exd4 0 – 1

Stahlhofen – Ebert

Der Turm auf der 8.Reihe sichert Thomas deutlichen Vorteil, den er in einen Materialvorteil ummünzt. 21.Lxb6 axb6 22.Lh3 und schon gibt es die Qualle 22…Lxh3 23.Txb8 Es folgte noch 23…Lg2 24.Sg1 Lf8 25.Txb7 Kg6 26.Se6 Lb4 27.Tg7+ und Schwarz hatte genug.

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