Die zwei Augen unseres Achters

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrte unsere 1.Mannschaft aus Mülheim zurück. Ein Punkt beim Tabellenführer ist aller Ehren wert, es hätte aber auch ein bisschen mehr sein können.

Im Überblick
BrettSV Mülheim-Nord 3 DWZ- Springer Süd 1 DWZ4 : 4
1 Walter, Andreas 2120- Beckmann, Klaus 21521 : 0
2 Simanowski, Mio 1933- Herud, Martin 1985½ : ½
3 Mainusch, Martin 1978- Callenberg, Ralf 2029½ : ½
4 Grodotzki, Kenneth 1985- Mecklenburg, Roland 20101 : 0
5 Brockhaus, Bernd 1954- Höfker, Mathias 20470 : 1
6 Schlenter, Rüdiger 1849- Parado, Dominador 19300 : 1
7 Fleischer, Michael 1830- Kleiner, Tom 1867½ : ½
8 Lamberti, Michele 1705- Hajra, Hetem 1936½ : ½

Unfassbar, aber unser Achter konnte an allen acht(!) Brettern eine bessere DWZ vorweisen – und das beim Tabellenführer! Aber die stark ersatzgeschwächten Gastgeber kämpften wie die Löwen, während unsere Cracks teilweise Kaninchen und Schlange übten.

 

Man muss schon weit zurückschauen, bis man die 1.Mannschaft von den Brettern 1-8 bestaunen konnte. Genauer gesagt war es der 1.Spieltag in der letzten Saison. Und in Mülheim war es wieder soweit, was natürlich verewigt werden musste.

Ein seltener Anblick

v.l.n.r. Mathias, Ralf, Tom, Roland, Martin, Dominador, Klaus und Hetem

Spannung war Trumpf vom ersten bis zum letzten Zug, Glück und Pech wechselten sich ab, kein Team konnte sich absetzen, nach der ersten Zeitkontrolle stand es 3.5:2.5 für Süd, Ralf und Roland spielten noch…

Der Reihe nach

Bei der Wahl zwischen einer völlig unklaren Abwicklung und einer lockeren Zugwiederholung wählte Martin Herud den sicheren Weg. Keine schlechte Wahl, denn die anschliessenden Verwicklungen wären für Martin als Verteidiger sehr schwierig gewesen.
Neuer Spielstand 0.5 : 0.5

Zur Zeit ist Mathias Höfker in bestechender Form. Schon sehenswert, wie er die gegnerische Entwicklung hemmte und mit einigen taktischen Schlägen mit Blick auf den König den vollen Punkt verbuchen konnte.
Neuer Spielstand 1.5 : 0.5

Was lange nach einem positionellen Gemenge aussah, fand in der Partie von Klaus Beckmann ein überraschend schnelles Ende. Ein harmlos aussehendes Läuferschach beantwortete Klaus mit dem falschen Königszug, der gegnerische Springer gab ein weiteres, diesmal vernichtendes Schach – aus!
Neuer Spielstand 1.5 : 1.5

“Wo sind bloss die Figuren hin?” wird sich Hetem Hajra gefragt haben, als sein Gegner ihm ein überraschendes Remis anbot. Tatsächlich war nach einer wahren Abtauschorgie keine erfolgsversprechenden Manöver in Sicht, das etwas überraschende Remis war perfekt.
Neuer Spielstand 2.0 : 2.0

Nachdem Dominador Parado in den ersten beiden Runden pausieren musste, scharrte er gewaltig mit den Hufen. Und so kam, was kommen musste. In einer fantastischen Angriffspartie ging es ohne Rücksicht auf Verluste zur Sache. Wer Dominador kennt, weiss wohin sein Auge blicket. Und genau dieser im Zentrum verharrende gegnerische König wurde wirklich sehenswert erlegt.
Neuer Spielstand 3.0 : 2.0

Zwischendurch erschien bei manchem Süder schon eine kleine Sorgenfalte, schaute er aufs Brett von Tom Kleiner, der seine Chance im Königsangriff sah. Sein Gegner kam am Damenflügel gefährlich voran, doch ein galantes Springeropfer brachte Tom nach einigen Verwicklungen ein zwar schlechtes, aber durchaus haltbares Turmendspiel.
Neuer Spielstand 3.5 : 2.5

Auch bei Ralf Callenberg verblieb der gegnerische König in der Mitte. Und auch hier schien ein taktisches Schamützel machbar. Doch im Eifer des Gefechts schätze Ralf ein Qualitätsopfer falsch ein, sein König wurde vom mächtigen Dame/Springer Gespann gehörig unter Druck gesetzt, aber mehr als ein Dauerschach ging scheinbar nicht.
Neuer Spielstand 4.0 : 3.0

Bis zur Zeitnotphase war die Schachwelt für Roland Mecklenburg noch in Ordnung. Dann wechselte die Führung ständig, bis ein Turmendspiel aufs Brett kam. Dort fand der Mülheimer ein Manöver, das Roland völlig unterschätzte. Anstatt mit der Flucht nach vorne ein Remis zu forcieren, suchte er den “sicheren” Weg ins Remis, verrechnete sich beim Rückzug und konnte das Endspiel nicht halten.
Endstand 4.0 : 4.0

In der nächste Runde wartet der neue Tabellenführer aus Bochum auf uns. Wieder ein schwerer Brocken, wieder Aussenseiter, aber hoffentlich nicht wieder Schlange und Kaninchen! Denn in der knüppelharten Gruppe ist Kriechtier Pflicht.

Überraschendes

Manche Dinge sind einfach in Stein gemeisselt. 64 Felder, 32 Figuren – aber es gibt auch Marotten von Spielern unserer 1.Mannschaft, die auf jeden Stein passen. Zwei davon wurden jetzt über Bord gespült.

Überraschendes I

Wer Martin kennt, kennt auch seine Vorliebe für taktische Verwicklungen. Je mehr das Brett brennt, je grösser die Herausforderung, je wohler fühlt er sich. Ob Riecher oder schachliches Gefühl; in Mülheim zog er eine Zugwiederholung dem Einschlag auf b2, was zu unüberschaubaren Verwicklungen geführt hätte, vor.

Martin entschied sich für den Spatz in der Hand

Überraschendes II

Man muss schon eine gehörige Portion Übermut mitbringen, will man gegen Ralfs weissen Königsläufer wetten. Der nimmt nämlich in all seinen Partien den Platz auf g2 ein, komme was wolle. Doch in Mülheim kam es anders, nach über 10 Zügen stand er immer noch auf seinem Ursprungsfeld – ein Kuriosum das natürlich festgehalten werden musste.

Da muss selbst Ralf schmunzeln

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