Der Wimpernschlag

Es ist praktisch nur ein Wimpernschlag – oder anders ausgedrückt ein halber Brettpunkt – der unseren Achter durch einen nie gefährdeten 6.0:2.0 Sieg über Osterfeld wieder an die Tabellenspitze katapultierte.

Nicht nur zwei Punkte

Ralf

Mathias

Gerade gegen Osterfeld waren Siege in den Top 5 wichtig. Zwei dieser enorm wichtigen Punkte holten Ralf und Mathias, die wieder voll auf Sieg spielten. Und was eigentlich noch viel wichtiger ist: sie spielen bei Wind und Wetter.

Nun kommt es am letzten Spieltag zum Fernduell gegen Witten-Annen. Mit dem halben Brettpunkt Vorsprung und dem vermeintlich leichteren Gegner, sollte der Meistertitel durchaus drin sein. Auf jeden Fall ist für Spannung bis zum letzten Zug gesorgt.

 

Die Einzelergebnisse
Br.Springer SüdDWZ-SD OsterfeldDWZ6.0:2.0
1Beckmann, Klaus2167-Heisterkamp, Oliver1997½ : ½
2Herud, Martin2032-Grewe, Ludger21030 : 1
3Callenberg, Ralf2008-Laudage, Bernd20931 : 0
4Mecklenburg, Roland1997-Bensch, Arnold Heinrich1822½ : ½
5Höfker, Mathias2050-Fiori, Bruno19931 : 0
6Parado, Dominador1909-Jerig, Markus16891 : 0
7Jaring, Thorsten1927-Cziczkus, Jürgen14261 : 0
8Becker, Christian1802-Peters, Leon----1 : 0

Die Marschroute im Mannschaftskampf war klar: an den hinteren Brettern wird gepunktet und oben geschaut was geht. Erfreulich dass Dominador, Thorsten und Christian ihre “Pflichtsiege” schnell einfuhren, was dem Rest des Teams gewaltig den Rücken stärkte.

Wer früh gewinnt muss länger schau’n

“Selbst Schuld” könnte man meinen. Warum gewinnt Meister Parado auch so schnell, was ihn dann dazu verdammt, seinen Mitspielern über die Schulter schauen zu müssen. Und das kann jede Menge Nerven kosten…

Der Reihe nach

Für unseren Mister 100% Christian Becker war sein Einsatz am 8.Brett eher ein leichter Aufgalopp als eine ernsthafte Prüfung. Zuerst gewann er auf sehr unkonventionelle Art die Qualle, schwächte danach die gegnerische Königsstellung, drang mit der Dame ein und vollendete sehr energisch.
Neuer Spielstand 1.0 : 0.0
Es ist schon phänomenal, mit welcher Wucht Dominador Parado seine Truppen Richtung “Matt” in Bewegung setzt. Beide Türme, ein kecker Springer, ein lauernder Läufer und eine Dame direkt an der Front – normalerweise ist bei dem Aufmarsch die weisse Flagge schnell gehiesst. Doch durch ein Figurenopfer wurde Dominador ausgebremst, es blieb “nur” ein Endspiel mit Mehrturm.
Neuer Spielstand 2.0 : 0.0
Egal was Klaus Beckmann auch probierte, sein Kontrahent aus Osterfeld war schon da, hielt seine Klötze zusammen und brachte Klaus schier zur Verzweiflung. Ein letzter Versuch die Stellung zu “verfeinern”, endete in einer Zugwiederholung.
Neuer Spielstand 2.5 : 0.5
Auch der Gegner von Thorsten Jaring stellte sich hinten rein. Und wie schwer es dann ist, die richtigen Lücken zu finden, wissen nicht nur Schachspieler. Nach einigen Abtäuschen schien die Strategie aufzugehen, doch dann konnte Thorsten einen wichtigen Bauern auf d4 gewinnen. Aus allen Remis-Wolken fallend gab der Osterfelder ad hoc auf.
Neuer Spielstand 3.5 : 0.5
Fussball ist bekanntlich wie Schach, aber Schach garantiert nicht wie Ringen. Sonst wären nämlich Roland Mecklenburg und sein Gegner wegen übertriebener Passivität verwarnt worden. So war es letztlich nicht verwunderlich, dass sich beide Spieler nach nur 17 Zügen auf ein Remis einigten.
Neuer Spielstand 4.0 : 1.0
Wer gegen Ralf Callenberg eine passive Gangart wählt, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Raumvorteil und aktives Figurenspiel sind meist die Folgen, Folgen die oft mit einem taktischen Gewitter enden. Gegen Osterfeld übernahm Ralf schnell das Kommando, eroberte Flügel und Zentrum, bereitete den tödlichen Pass vor und gewann mit einer taktischen Keule – Chapeau!
Neuer Spielstand 5.0 : 1.0
Die “Partie des Tages” spielte Mathias Höfker. Sehenswert wie er mit einfachen Mitteln seine Stellung Zug für Zug verbesserte, bis sein positioneller Vorteil seinen Gegner zu einer Verzweiflungstat inspirierte, die sich als Bummerang entpuppte. Mathias behandelte die restlichen Züge gekonnt – eine wirklich sehenswerte Vorstellung.
Neuer Spielstand 6.0 : 1.0
Die Präzision, mit der Martin Herud taktisches Feuerwerk aufs Brett zaubert, ist allgemein bekannt. Diesmal fand er einen Gegenpart, der sich ebenfalls nicht scheute, Öl ins Feuer zu giessen. So war es kein Wunder, dass es auf dem Brett lichterloh brannte. Als die Rauchschwaden sich verzogen, verblieb Martin mit Minusbauer in einem Damenendspiel. Der Plan vom Dauerschach wurde durch einen erzwungenen Damentausch jäh beendet – das Bauernendspiel war glatt verloren.
Endstand 6.0 : 2.0

Die letzten Züge

Man kann über eine Partie viel schreiben, aber der “visuelle Kontakt” zeigt mehr als 1000 Worte. So kann man hier die Schlussstellungen – mit dem gekennzeichneten letzten Zug – aller acht Partien sehen und sich selbst ein Bild machen.

Becker – Peters

Heisterkamp – Beckmann

Mecklenburg – Bensch

Fiori – Höfker

Parado – Jerig

Cziczkus – Jaring

Laudage – Callenberg

Herud – Grewe

 
Strategie und Taktik

Zum Schluss zwei sehenswerte Partien, die unterschiedlicher kaum sein können. Während Ralf raumgreifend taktische Motive auspackt, sieht man bei Mathias die feine Klinge des Positionsspielers.

Laudage – Callenberg

Fiori – Höfker

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