Auf Messers Schneide

In ihrem Manschaftskampf, der lange auf des Messers Schneide stand, erreichte unsere Reserve ein hart umkämpftes 4.0:4.0 im Auswärtsspiel gegen Erkenschwick, das nach genau (5h:58min:40s Originalton Thomas) beendet war.
Die Einzelergebnisse
Br.SV Erkenschwick 3DWZ-Springer Süd 2DWZ4.0:4.0
1Stratmann, Martin1783-Stahlhofen, Thomas18320 : 1
2Gasper, Armin1641-Scheyka, Torsten17541 : 0
3Schulz, Angelika1526-Bleich, Karl-Heinz15891 : 0
4Abulhanov, Dinar1501-Lange, Hans-Werner16600 : 1
5Lojewsky, Lukas1438-Weiss, Alexander½ : ½
6Strozewski, Günter1472-Rausch, Peter1316½ : ½
7Al Marawi, Abdulhadi-Deregowski, Richard14291 : 0
8Verkooyen, Christian1310-Hissnauer, Joachim14570 : 1

Der Erkenschwicker Kampfgeist ist weit über deren Stadtgrenzen bekannt. So fuhren unsere Recken gewarnt und warm angezogen in die Höhle der Löwen. Kein Wunder, dass die auf dem Papier leichten Vorteile nicht vollständig auf die Bretter gebracht werden konnten.
 

Um die Partien kümmerte sich diesmal Thomas Stahlhofen, der nicht nur seine Partie im Auge behielt, sondern auch viele Blicke auf die anderen Bretter warf. Und wer viel wirft, kann auch viel berichten.

Der Reihe nach

Die erste beendete Partie sollte das Endergebnis dieses Tages vorwegnehmen. In ausgeglichener Stellung einigte sich Alex an Brett 5 mit seinem Gegner auf Remis.
Punktestand 0,5 : 0,5
Zu diesem Zeitpunkt stand Richard an Brett , der als Gegner den aktuellen Topscorer der Bezirksklasse Abdulhadi Al Marawi, erwischt hatte, bereits schwer unter Druck. Sein Gegner konnte mit mehreren Figuren in seine Stellung eindringen und starke Drohungen aufstellen. Schließlich verlor Richard eine Figur und obwohl er sich noch längere Zeit wehrte, stand er ab da auf verlorenen Posten und gab schließlich auf.
Neuer Punktestand 0,5: 1,5
Die Führung der gastgebenden Mannschaft hielt jedoch nicht lange vor. Joe hatte sich bereits seit längerer Zeit ein Materialplus von einer Leichtfigur erspielt und wickelte die Partie nun in ein Endspiel ab, das dann leicht gewonnen war.
Neuer Punktestand: 1,5 : 1,5
Ein Blick auf Peters Brett zeigte eine heiß umkämpfte Stellung. Peter hatte zwischenzeitlich ein Materialplus von zwei Bauern, seine Königsstellung stand aber unter starkem Beschuss. Ob sie halten würde, erschien fraglich. Letztlich konnte sich Peter jedoch allen Angriffen erwehren, musste dafür allerdings einen Bauern zurückgeben. Im entstehenden Endspiel hatte er dann schließlich einen leichten Vorteil, der aber nicht zu einem Gewinn ausreichte.
Neuer Punktestand: 2 : 2
Charles bekam mit Angelika Schulz eine sehr gut bekannte Gegnerin zugeteilt, mit der er sich ja vor einem Jahr ein heißes Blitzduell im Umspannwerk geliefert hatte. Am Brett entstand nach der Eröffnung eine offene, sehr zweischneidige Stellung, in der beide Seiten Chancen auf Angriff, aber mindestens genauso große Chancen auf einen entscheidenden Fehltritt hatten. Kurze Zeit später erlag dann Charles an einem Bäuerlein, das sich als vergiftet herausstellte und einen Turm kostete. Er spielte noch weiter, aber seine Gegnerin, die nur noch sehr wenig Zeit hatte, schaffte den 40. Zug wenige Sekunden vor der Zeitmarke.
Neuer Punktestand: 2 : 3
Rein materiell sah es für Werner lange Zeit nicht so gut aus. Er lag erst einen, später zwei Bauern in Rückstand, aber wer Werner kennt, weiß, dass dies nichts zu bedeuten hat. Mit der Besetzung einer offenen Linie und der langen schwarzfeldrigen Diagonale baute er starken Druck auf die Stellung des Gegners aus. Die Bauern hätte er nun leicht zurückgewinnen können, aber was sind schon Bauern. Er drang lieber in die geöffnete Königsstellung ein und erlegte weit edlere Beute.
Neuer Punktestand: 3 : 3
Um Torstens Partie machte ich mir keine Sorgen. Sie nahm – so schien es – den üblichen Verlauf. Er sah sich im frühen Mittelspiel einer starken gegnerischen Bauernwalze gegenüber, die seine Figuren immer weiter zurückdrängte, so dass diese sich praktisch nicht mehr bewegen konnten. Ein gegnerischer Springer setzte sich zudem auf der 6. Reihe fest, der wichtige Felder vor seinem König angriff – also eine Stellung wie maßgeschneidert für Torstens Verteidigungskünste!
Und irgendwie gelang es ihm auch sich zu entwursteln, den Gegner nach und nach zurückzudrängen und schließlich eine vorteilhafte Stellung zu erlangen. Vielleicht war sie zu vorteilhaft??? Es kam nun leider nicht zum üblichen Verlauf. Sein Gegner glich aus, im Endspiel stellte Torsten einen Bauern ein und musste schließlich aufgeben.
Neuer Punktestand 3 : 4
Meine Partie verlief zäh. Mit den weißen Steinen erlangte ich einen großen Raumvorteil auf beiden Seiten des Brettes, aber dann ging es nicht recht weiter. Ein zähes Lavieren begann, mal der Versuch eines Durchbruchs am Königsflügel, dann wieder am Damenflügel. Endlich kurz vor der ersten Zeitkontrolle konnten dann Linien geöffnet werden. Dem Gegner unterlief – wohl geschuldet durch seine Zeitnot – ein Fehler und er musste eine Qualität hergeben.
Das Spiel war damit allerdings noch lange nicht entschieden. Durch die sehr weit vorgerückten Bauern war meine Königsstellung sehr offen und die gegnerischen Figuren rückten ihm bedrohlich auf die Pelle. Erst im glücklich erreichten Endspiel erschien mir die Stellung dann gewonnen, aber auch hier dauerte es noch sehr, sehr lange…
Endstand: 4 : 4

Was die Punkteteilung in Ekenschwick wert war, wird das nächste Match gegen Altstadt zeigen. Nach unten relativ abgesichert, kann man die Puppen tanzen lassen – und wer weiss: mit zwei Siegen ist vielleicht noch ein Nistplatz in höheren Regionen frei.

One Comment

  1. torsten

    Ja leider war meine Partie für mich aber auch für meinen Gegner schon entschieden und dann wurde ich zu leichtisinnig und dachte es ist ein Selbstläufer …. leider war dem nicht so und ich wurde nach zwei Zügen in denen ich meinen Kurzschlaf hielt bitter bestraft. Ich hörte noch wie mein Kontrahent nach dem Spiel zu seinem Mitspieler sagte: “Habe voll Schwein gehabt.” Das Statement meines Gegners nach dem Spiel zu seinem Mannschaftskollegen sagt wohl alles … 🙂

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